Nikolaus Rauch
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Die Dinge, die meinen Blick verändert haben

Die Kunst des Übersehens

Wall III „shadow of the surface“: Helle Wand mit weichem rotem Schatten

Es kam immer wieder vor, dass ich Geld fand.

Beim Skifahren in Davos lagen einmal zwei Zwanzig-Franken-Scheine im Schnee. Später fand ich Lire, D-Mark, Francs, einen Dime, sogar einmal eine Pfundnote. Die kleineren Fundstücke verschenke ich meist. Aus einer Art Aberglauben. Ich bilde mir ein, dass das Glück bringt – dem Beschenkten und dem Finder.

Mit Geld hörte es nicht auf.

Ich habe Muscheln gesammelt. Steine.

Unter der Glasplatte unseres Wohnzimmertisches liegen heute kleine Steine aus der Toskana. Für mich sehen sie aus wie etruskische Diamanten – grün oxidiert und geheimnisvoll, als hätten sie Jahrhunderte unter der Erde gelegen. Einmal habe ich einen großen Stein aus den Bergen mit nach Hause gebracht, weil ich ihn nicht zurücklassen wollte.

Was mich daran anzog, war nie der Wert. Es waren Formen und Farben. Und die Freude am Suchen und Finden.

Damals kam mir das völlig normal vor.

Heute sammle ich andere Dinge.

Mit der Fotografie begann ich Fundstücke zu entdecken, die man nicht mit nach Hause nehmen kann. Spuren auf Mauern. Reflexionen. Überlagerungen. Farbfelder. Dinge, die nur für einen Augenblick sichtbar sind.

Die Freude am Finden ist geblieben.

Vielleicht ist sie sogar größer geworden.

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